Berichtsregeln · Version 1.0

Wie wir Forschungs­ergebnisse auf dieser Website zusammenfassen

Verständliche Sprache darf die wissenschaftliche Aussage nicht verändern. Deshalb folgt jeder Fall denselben sechs Fragen.

Die Grundregel

Wir dürfen kürzer und verständlicher formulieren. Wir dürfen aber nicht den geprüften Gegenstand, den Zeitpunkt, den Vergleichsmaßstab, den Geltungsbereich oder das Ergebnis verändern.

Die sechs Berichtsfragen

1

Welche Aussage wurde geprüft?

Die exakt geprüfte Formulierung bleibt erhalten. Wenn sie ursprünglich Englisch ist, bleibt sie im Original stehen; eine deutsche Leserhilfe wird davon klar getrennt.

2

Welcher Wissensstand galt?

Jeder Befund hat einen Stichtag. Spätere Belege dürfen nicht so behandelt werden, als wären sie damals schon verfügbar gewesen.

3

Was war das Ergebnis?

Bestanden, offen oder Verlust der Anwendbarkeit. Das Ergebnis bezieht sich auf die konkrete Aussage — nicht automatisch auf eine ganze Theorie.

4

Warum?

Alle voneinander unabhängigen Gründe, die für das Ergebnis relevant sind, bleiben sichtbar. Wir verdichten nicht mehrere Befunde zu einem künstlichen „Hauptgrund“.

5

Was bedeutet das nicht?

Dieses Pflichtfeld schützt vor Übertreibung: „bestanden“ bedeutet nicht „wahr“, „offen“ nicht „falsch“ und ein Verlust der Anwendbarkeit ist keine physikalische Widerlegung.

6

Wann müsste neu geprüft werden?

Neue Belege, ein veränderter Vergleichsrahmen oder eine anders formulierte Aussage erzeugen eine neue Prüfung. Der frühere Befund wird nicht rückwirkend überschrieben.

Fachliche Erhaltungspflichten anzeigen

Erhaltung der Aussage: keine Erweiterung, kategoriale Aufwertung oder stille Übersetzung.

Erhaltung des Vergleichsmaßstabs: vergleichsrelative Aussagen bleiben vergleichsrelativ.

Erhaltung des Stichtags: der Stichtag bleibt Teil des Befunds.

Erhaltung des Geltungsbereichs: die öffentliche Paraphrase darf die gelockte Aussage nicht überschreiten.

Erhaltung unabhängiger Befunde: unabhängige Befunde werden nicht künstlich verschmolzen.

Neutralität gegenüber Wahrheit und Falschheit: PASS ≠ wahr · OPEN ≠ falsch · LoA ≠ physikalische Falschheit.

Trennung von neuer Prüfung und Korrektur: neue Prüfung und Korrektur des Prüfprotokolls bleiben getrennte Operationen.