Eine Messung kann zuverlässig sein, ohne jede Deutung zu rechtfertigen. Ein Modell kann erfolgreich rechnen, ohne jede Aussage über die Welt zu tragen. Deshalb trennt die Methode drei Fragen, die in Debatten oft ineinanderfallen.
1Welche Voraussetzungen braucht die Aussage?
Bevor man über ein Ergebnis urteilt, muss klar sein, woran die Aussage physikalisch verankert ist, wie der Zugangsweg vom formalen Objekt zum physikalischen Bezug aussieht, welche aussageerhaltenden Variationen zulässig sind, ob der Schlussweg von Eingaben bis zum Ergebnis nachprüfbar ist, welche ausgewiesenen Grundlagen die behauptete Bedeutung tragen und welche ergebnisrelevanten Festlegungen offengelegt werden.
Die sechs fachlichen Bedingungen anzeigen
A1 · AdressierbarkeitIst die Aussage stabil an ein physikalisch identifiziertes Ziel gebunden?
A2 · SchnittstellenkontrolleIst der Zugangsweg vom formalen Objekt zum physikalischen Bezug ausgewiesen?
A3 · StabilitätBleibt der Aussageinhalt bei zulässigen, aussageerhaltenden Änderungen stabil?
A4 · NachverfolgbarkeitIst der Schlussweg von Eingaben bis zum Ergebnis nachprüfbar?
A5 · TrägeradäquanzTragen die ausgewiesenen Grundlagen genau die behauptete physikalische Bedeutung?
A6 · Offenlegung entscheidungsrelevanter FestlegungenSind ergebnisrelevante Festlegungen ausdrücklich offengelegt und verfolgt?
2Welche Begründung trägt den Übergang?
Argumente wechseln zwischen drei Rollen: Voraussetzungen, Theorie/Modell und Beobachtung/Anwendung. Diese Rollen sind keine zeitliche Leiter. Ein Schluss kann in verschiedene Richtungen zwischen ihnen verlaufen. Für jeden solchen Übergang muss klar sein, was ihn rechtfertigt.
Voraussetzungen↔Theorie & Modell↔Beobachtung & Anwendung
Fachlich untersucht P2 neun geordnete Routen zwischen diesen drei Rollen. Die vollständige Routentabelle steht weiter unten.
3Was folgt für die konkrete Aussage?
P3 hält die genaue Formulierung der Aussage und den damaligen Wissensstand fest. Dann wird geprüft, ob die relevanten Anforderungen erfüllt sind. Das Ergebnis gilt nur für diesen konkreten Fall und diesen Zeitpunkt.
Bestanden · PASSOffen · OPENVerlust der Anwendbarkeit · LoA
„Bestanden“ (PASS) bedeutet nicht „wahr“, „offen“ (OPEN) nicht „falsch“. Ein Verlust der Anwendbarkeit erfordert einen positiven Nachweis und kann nicht aus bloßer Ratlosigkeit abgeleitet werden.
Fachlich unterscheidet P3 zwei getrennte Wege zum Verlust der Anwendbarkeit: LoA-T bei einem für die Aussage wesentlichen unzulässigen Rollenübergang und LoA-K bei positiv nachgewiesener Unmöglichkeit eines aussageerhaltenden Abschlusses.